heute


Silhouette: © Silvio Witt


Silvio Witt, am 13. Mai 1987 in Neustrelitz geboren und in Groß Nemerow aufge­wachsen, ist parteiunabhängiger Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg. Seit vielen Jahren unterstützt er den ortsansässigen Verein INITIATIVE ROSA-LILA.
„Ich bin so, wie ich bin, und dass ich schwul bin, ist für mich selbstverständlich – ich kenne es ja nicht anders. Irgendwann wurde das so selbstverständlich, dass ich es, wenn überhaupt, nur in einem Nebensatz erwähne.“
„Ich denke schon darüber nach, ob ich das Schwulsein ein bisschen mehr nach außen trage. Ich tue mich aber schwer damit, denn eigentlich will ich ja ­gerade, dass eses nichts Besonderes ist. Andererseits ist es aber gerade dafür vielleicht doch notwendig, hin und wieder öffentlich darüber zu sprechen.“
„Als ich achtzehn war, wurde ich einmal homofeindlich beleidigt. Ich bin mit ei­nem Freund Eis essen gegangen und wir waren danach spazieren – er war nicht mal mein Partner, wir sind auch nicht Hand in Hand gegangen. Plötzlich hielt ein Auto neben uns und wir wurden aus dem Auto heraus wüst beschimpft.“
„Ich habe acht Jahre lang Kabarett gespielt, in einem Ensemble, später alleine. Die verschiedenen Rollen ermöglichen einem Künstler, mit Klischees und Vor­urteilen zu arbeiten und Erlebnisse wie Diskriminierungen zu verarbeiten.“
„Mein Ziel ist es, aus Neubrandenburg – der Stadt der Kontraste – eine Stadt der Vielfalt zu machen. Ich sehe es als meine Aufgabe als Oberbürgermeister, Haltung zu zeigen.“
„Vielfalt soll selbstverständlich werden.“



Zeitungsartikel zu Silvio Witts öffentlicher Bezugnahme auf sein Schwulsein.
© Ostseezeitung (vom 24.04.2017)