seit 1990

1990 gründen sich aus den homosexuellen Emanzipationsbewegungen und
Kirchenkreisen der DDR landesweit Vereine in Mecklenburg-Vorpommern – etwa rat+tat e.V. in Rostock, Rosa Greif e.V. in Greifswald oder die INITIATIVE ROSA-LILA in Neubrandenburg. Im Folgejahr wird der Dachverband der les­bisch-schwulen Vereine und Initiativen Mecklenburg-Vorpommerns geschaffen: Gaymeinsam e.V. Mehrere lokale Aids-Hilfen wie 1991 das AIDS-Beratungscentrum (ABC) in Rostock entstehen.
Lesben rufen teils eigene Treffpunkte, Veranstaltungen und Initiativen – wie den Verein LENA im Jahr 2000 – ins Leben. Prägende Ereignisse für Sichtbarkeit und Vernetzung von Lesben in Mecklenburg-Vorpommern sind die beiden Lesbenfrühlingstreffen (LFT) in den Jahren 2001 und 2011 in Rostock. Später orga­nisieren sich auch Trans* in eigenen Gruppen; die Geschichte einer Rostocker Transgruppe reicht indessen bis in die Zeit der DDR zurück. Die Initiativen tragen zur Emanzipation und zur Vernetzung von Lesben, Schwulen und Trans in Mecklenburg-Vorpommern bei – und machen deren Geschichte und Gegenwart sichtbarer. Öffentlichkeitswirksame Aktivitäten, etwa zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transfeindlichkeit, bilden nur einen kleinen Ausschnitt des Engagements. Beratungen zu Coming-out, bei Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen oder bei gesundheitlichen und psy­chischen Belastungen gehören zum Alltagsgeschäft. Damit reagieren die Vereine auch auf sozialstaatliche Versorgungslücken, was Lesben, Schwule und Trans betrifft.
Die finanzielle Ausstattung der Vereine ist mangelhaft und unsicher. Beratungsbedarfe im Bundesland können daher nicht gedeckt und der Löwenanteil der Arbeit muss unentgeltlich erbracht werden.