19.10.1905–[unbekannt]


Silhouette: © Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund

Der Schauspieler Richard Kley, am 19. Oktober 1905 im pommerschen Schivelbein (Świdwin) geboren, arbeitet von 1933 bis 1935 am Stralsunder Stadttheater. Dort macht er sich als jugendlicher Charakterspieler einen Namen und beweist sein Können bei etwa dreißig Aufführungen. Vor allem spielt er in Operetten mit, aber auch einige Komödien gehören zu seinem Repertoire. Hauptrollen hat er in den Stücken Venezia und Die Tanzgräfin inne – die Theaterkritik ist begeistert.
Im Zusammenhang mit einem Sammelverfahren gegen homosexuelle Männer (nach Paragraf 175) am Amtsgericht Stralsund wird Richard Kley – er arbeitet inzwischen an einem Berliner Varieté – zur Fahndung ausgeschrieben. Im Juni 1936 wird er von der Polizei festgenommen. Kurz vor seinem 31. Geburtstag verurteilt ihn das Amtsgericht Stralsund zu einem Jahr und drei Monaten Haft.
Im Gefängnis stellt Richard Kley mehrere Gnadengesuche, in denen er darum bittet, seine Haft auszusetzen oder zu verkürzen. Aus Briefen seiner Schwes­ter weiß er, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist und dass die Familie, die ein Warengeschäft betreibt, deshalb in existenziellen finanziellen Schwierigkeiten steckt. Seine Gnadengesuche begründet Kley mit dem Wunsch, seine Mutter zu sehen und das Familienunternehmen zu stützen. Sie werden allesamt abgelehnt. Im September 1937 wird Kley aus der Haft entlassen; seine Mutter starb im Janu­ar desselben Jahres.
Auch nach 1945 arbeitet Richard Kley als Schauspieler und wirkt in diversen Filmen mit. Unter anderem spielt er im Fernsehfilm Wer spinnt denn da, Herr Doktor? (1982), wo er zusammen mit Loriot zu sehen ist, und in einer Folge der Krimiserie Kommissar Freytag (1966) mit.