Denkmal in Ludwigslust?

Ein Denkmal in Ludwigslust?

Denkmäler sind Ausdruck von Erinnerungspolitik und somit immer mit der Frage verbunden: An wen wird erinnert? Und welche Erinnerung wird durch ein Denkmal gesellschaftlich sichtbar, welche bleibt unsichtbar? Jugendliche der 9. Klasse des Goethe-Gymnasium Ludwigslust haben sich mit der Frage beschäftigt, ob es in Mecklenburg-Vorpommern ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Lesben und Schwule geben sollte.

„Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, ob es in Mecklenburg-Vorpommern ein Denkmal für die verfolgten Homosexuellen der NS-Zeit geben sollte.

Unsere Frage war: Warum eigentlich nicht?

Denn ein Denkmal wäre eine gute Möglichkeit, den Menschen vor Augen zu führen, dass den Homosexuellen grausames angetan wurde. Die Rechte von Lesben und Schwulen wurden im Nationalsozialismus verletzt und daran sollte erinnert werden.

Was mit den Männern und Frauen in den Konzentrationslagern passierte – und das lediglich wegen ihrer sexuellen Orientierung, gegen die sie nichts tun konnten – ist menschenentwürdigend.

Für manche Leute ist dieses Thema irrelevant, da es zu lange her sei. Und doch gibt es selbst heute noch eine gewissen Scham, Unverständnis und Abneigung.
Viele könne Homosexuelle nicht akzeptieren, dabei ist es etwas ganz normales und das sollten alle sehen – deshalb sind wir für ein Denkmal.

Wir wollen der Gesellschaft etwas Greifbares bieten, etwas, was sie alltäglich sehen können und worüber man nachdenkt.

Nicht nur in Metropolen wie Berlin sollte es Denkmäler geben, sondern auch bei uns, ganz nah hier in Mecklenburg-Vorpommern, denn für manche ist das Thema noch viel zu weit entfernt.“